Genshin Impact Test (PS4, PS5) – Spiel des Jahres 2020?!

Genshn Impact Header. Der Reisende in Denkerpose vor Mondstadt.
Genshin Impact - Header
Review

Am 28. September 2020 veröffentlichte das chinesische Entwicklerstudio „miHoYo“ überraschend das Open-World Action-RPG „Genshin Impact“ für PC, PS4 (PS5) und mobile Geräte. Eine Nintendo Switch Umsetzung ist ebenfalls noch geplant, ein genauer Termin dafür, steht jedoch noch aus. XBOX Besitzer gehen momentan leer aus. Für mich persönlich, der Überraschungshit des Jahres! Warum? Das lest Ihr im folgenden Artikel.

Informationen zum Spiel

Genre: Co-Op Open-World Action-RPG

Entwickler: miHoYo

System: PC, PS4, PS5, NSW (angekündigt), iOS, Android

Erscheinungsdatum: 28.09.2020

Preis: Free-2-Play (optionale In-Game Käufe)

Faires Free-To-Play Abenteuer

Bevor ich näher auf das Spiel selbst eingehe, möchte ich Euch ein wenig über „Free-To-Play“ erzählen und wie dieses System in Genshin Impact eingesetzt wird. „Free-To-Play“ schreckt eingefleischte Zocker in den meisten Fällen ab, denn das hat folgenden Grund: Oftmals wird man in solchen Spielen quasi dazu gezwungen, Geld auszugeben, damit man im Spielfortschritt voran schreitet. Das heißt, diejenigen die Geld investieren, haben gewisse Vorteile gegenüber den Spielern, die wirklich nur „Free-To-Play“ unterwegs sind. Man verwendet dazu auch häufig den Begriff „Pay-To-Win“.

Glücklicherweise ist das bei „Genshin Impact“ nicht der Fall. Und das ist auch der erste Punkt, der mich bei diesem Spiel positiv überrascht hat. Natürlich hat man auch in diesem Spiel die Möglichkeit, Geld zu investieren, denn die Entwickler wollen schließlich auch Geld damit verdienen (im ersten Monat haben sie allein auf mobilen Geräten über 250 Mio. Dollar eingenommen), aber es wird einem nicht aufdringlich und auf unangenehme und Freche Weise aufgezwungen wie in Genre-Vertretern, sondern es hält sich angenehm im Hintergrund.

Die Entwickler haben es tatsächlich geschafft, ein faires F2P-Modell zu implementieren und es werden auch regelmäßig wertvolle Ressourcen von „miHoYo“ an die Spieler verschenkt. Aber Achtung: Manchmal ist die Versuchung groß, Geld zu investieren, um schneller an neue Charaktere, Materialien etc. zu kommen. Vor allem, wenn man viele Charaktere sein eigen nennt und diese Hochstufen möchte, da man immer mehr Materialien dafür benötigt. Aber hat man etwas Zeit und auch die Geduld, so kommt man auch ganz ohne Geld an die gleichen Ziele, es dauert halt leider ein wenig länger. Damit kommen wir dazu, wie dieses F2P-System funktioniert.

Das Gacha-System

Ein wesentlicher Bestandteil der etablierten F2P-Spiele ist das sogenannte „Gacha-System“. Dieser Begriff kommt aus dem asiatischen Raum und bezeichnet die dort verfügbaren Glücksspielautomaten. Diese heißen dort „Gachapon“. Viele Entwickler verwenden für Ihre Finanzierung so genannte Ingameshops, wo man mit Echtgeld gewisse Items kaufen kann, um sich so gewisse Vorteile verschaffen zu können. Dabei wird oft das Gacha-System verwendet, wobei das Glück und der Zufall entscheidet, welche Items, Charaktere etc. man bekommt. Oft denkt man dabei an Pay2Win, wobei dies auf die meisten Spiele auch zutrifft.

Auch Genshin Impact verwendet ein solches System um sich zu finanzieren. Aber überraschender Weise wirkt dieses System nicht unfair und man hat auch nicht das Gefühl, dass man es unbedingt verwenden muss, denn man kann sich (zum Großteil!!) alles auch ohne einen einzigen Cent ins Spiel zu investieren, selbst erspielen. Wenn man die Geduld hat, muss man wirklich nichts investieren. Manche Charaktere sind zeitlich begrenzt verfügbar, was mitunter doch etwas Druck ausübt, um etwas Geld in die Hand zu nehmen.

Das ist eben die Falle und hier ist auch Vorsicht geboten, denn: Wenn man unbedingt diesen einen Charakter haben möchte, der nur zeitlich begrenzt verfügbar und oft „nur“ mit etwas Glück zu erwerben ist, kann das mitunter ganz schön teuer werden. Vor allem, wenn man das Sternenbild voll aufwerten möchte. Denn das kann man nur, wenn man den Wunschcharakter mehrere Male zieht. Hier greift wie oben schon beschrieben, das Gacha-System und es ist reiner Zufall, ob man den Charakter tatsächich erhält oder nicht. Denn man kann wie in anderen Games üblich, diesen speziellen Charakter nicht direkt über den Ingameshop kaufen, sondern durch ein Gebet (Glücksspiel, Gacha) darum „würfeln“.

Gebete und Währungen

In Genshin Impact gibt es die sogenannten Gebete, wo man unter anderem neue Charaktere und Waffen erhalten kann. Es gibt die Standardgebete, die eigentlich immer vorhanden sind und dann gibt es noch die zeitlich begrenzten Gebete, wo man die Chance hat, mit erhöhter Wahrscheinlichkeit bestimmte Figuren und Waffen zu erhalten. Manche Charaktere erhält man auch NUR in den zeitlich begrenzten Gebeten, wie zB. im folgenden Bild den Charakter „Tartaglia“ oder auch als „Der Graf“ bekannt.

Zeitlich begrenztes Gebet in Genshin Impact
Zeitlich begrenztes Gebet, mit höherer Wahrscheinlichkeit einen seltenen Gegenstand zu erhalten.

Man kann entweder einzelne „Ziehungen“ machen, oder gleich ein 10er Gebet. Besondere Vor- oder Nachteile hat dies anscheinend nicht, da die Anzahl der Ziehungen und was man gezogen hat, in einem Log gespeichert wird. Damit man die Gebete ausführen kann, braucht man eine spezielle Währung: Verwobenes Schicksal oder Vorbestimmtes Schicksal

Verwobenes Schicksal und Vorbestimmtes Schicksal

Verwobenes und Vorbestimmtes Schicksal
Verwobenes Schicksal und Vorbestimmtes Schicksal. Die Währungen für Gebete.

„Verwobenes Schicksal“ benötigt man für die zeitlich begrenzten Gebete, wohingegen man „Vorbestimmtes Schicksal“ für die Standardgebete benötigt. Diese könnt Ihr fast ausschließlich (außer eine begrenzte Menge mit „Sternenglanz“, „Sternenstaub“ oder als Belohnungen) über die wohl wichtigste Währung im gesamten Spiel erwerben. Nämlich dem „Urgestein“.

Urgestein

Urgestein
Die wichtigste Währung im Spiel: Urgestein

Die erfreuliche Nachricht ist, dass Ihr Urgestein für fast jede Aktion im Spiel erhaltet. Sei es durch das Abschließen von Missionen, dem Öffnen von Truhen und von freigespielten Erfolgen. Die Entwickler sind hier richtig großzügig und verschenken Urgestein auch in unregelmäßigen Abständen an die Spieler. Deswegen ist es möglich, wie weiter oben schon angesprochen, dass man wirklich fast zur gänze das Spiel ohne einen einzigen Cent zu investieren, genießen kann. Es häufen sich wirklich große Mengen an Urgestein an.

Sollte es einem jedoch wirklich in den Fingern jucken oder wenn das Urgestein zur Neige gehen sollte, kann man sich folgende Währung um Echtgeld kaufen und damit unter anderem das Urgestein wieder auffüllen.

Schöpfungskristalle

Schöpfungskristalle

Wie gesagt, man kann mit den „Schöpfungskristallen“ das Urgestein wieder aufladen oder andere Ingame-Items damit kaufen. Es bleibt somit jedem Spieler selbst überlassen, ob und wieviel Geld er in das Spiel investieren möchte.

Interessante Gegenstände sind der Mondsegen, wo man jeden Tag, 30 Tage lang 90 Urgestein bekommt, oder der Gnostiker-Erlebnispass, der einem mehr Aufstiegsmaterialien etc. verschafft.

Ich persönlich habe bisher ungefähr 40€ in das Spiel investiert und damit weit weniger, was Vollpreistitel normalerweise kosten. Mittlerweile habe ich das Spiel schon über 400 Stunden gespielt und es hat sich bisher definitiv ausgezahlt.

Meine Genshin Impact Spieldauer - 450+ Stunden
Meine derzeitige Spieldauer in Genshin Impact

Deswegen kommen wir nun zum Spiel selbst, der Story, dem Gameplay den Stärken und den Schwächen und was es sonst noch so zu sagen gibt.

Der Reisende, Teyvat und die 7 Elemente

Großartiges Coop-Open-World-Action-Rollenspiel

Eines Vorweg: Genshin Impact ist meines Erachtens nach ein großartiges Co-Op-Open-World-Action-Rollenspiel mit einigen Schwächen. Es bietet eine schön gestaltete und große Open-World, die zum Erkunden einlädt. Zu Beginn bzw. zum derzeitigen Stand stehen dem Reisenden (die Hauptfigur) 2 Gebiete auf der Welt Teyvat, in dem die Handlung spielt, zur Verfügung. Das sind die Gebiete um Mondstadt und Liyue. Mondstadt, dass sich im Norden der Karte befindet ist noch relativ klein und überschaubar (aber dennoch riesig) und Liyue das südlich an Mondstadt angrenzt ist da schon deutlich größer und wirklich riesig. Man bediente sich für die Regionen auch an realen Vorbildern. Während Mondstadt eher mitteleuropäisch angehaucht ist, so wurde die Region um Liyue an chinesischen Vorbildern gestaltet.

Genshin Impact Weltkarte
Ein Teil der großen Weltkarte von Genshin Impact.

Jede Stadt bzw. Region besitzt ein eigenes Element bzw. eine eigene Elementarfähigkeit und wird auch von einer jeweils anderen Gottheit beschützt. Es existieren insgesamt jeweils sieben Gottheiten, somit also auch sieben Regionen in Teyvat. Während die Menschen in Mondstadt „Barbatos – den Gott des Windes (Anemo)“ anbeten, steht Liyue ganz unter dem Schutz von „Rex Lapis – dem Gott der Erde (Geo)“. Das heißt, jede Gottheit ist an eine bestimmte Elementarfähigkeit durch das göttliche Auge gebunden.

Derzeit sind wie gesagt nur die beiden oben genannten Gebiete verfügbar, die Entwickler möchten jedoch mit zukünftigen Updates die Weltkarte und die Geschichte weiter ausbauen. So viel zum groben Hintergrund über die Welt in der wir uns befinden.

Man kann die Parallelen zu „Zelda: Breath of the Wild“ für die Nintendo Switch nicht leugnen und das ist auch so beabsichtigt. Wie der Entwickler bestätigt hat, war Nintendos Franchise eine große Inspirationsquelle für Genshin Impact. Der Grafikstil und das Gameplay erinnern sehr stark daran. Aber das bedeutet nichts schlechtes. Im Gegenteil: Genshin Impact nutzt viele Elemente aus Zelda und baut auf diesen Systemen auf, beschreitet aber auch eigene Wege um sich von der Vorlage etwas abzuheben.

Kommen wir nun zur Haupthandlung des Spiels, die sich durchaus sehen lassen kann.

Auf der Suche nach dem Geschwisterchen

Mondstadt

Zu Beginn des Spiels reisen die beiden Geschwister „Lumine“ und „Aether“ durch das Unisversum nach Teyvat. Kurz bevor die beiden die Welt verlassen möchten, treffen sie auf eine mysteriöse Göttin, die damit beginnt, die beiden Reisenden anzugreifen. Die Göttin fängt einen der beiden Zwillinge ein, je nach dem für welche Figur Ihr euch als Spielcharakter entscheidet und den anderen verbannt sie auf der Welt Teyvat.

Einige Zeit später, erwacht der verbannte Reisende (ich spreche in diesem Artikel der Einfachheit bewusst vom Reisenden, bitte verzeiht) auf einem Strand und trifft beim Angeln auf „Paimon„, ein wirklich süßer Charakter, die sich euch bei euren Reisen anschließen wird. Vermutlich werdet Ihr Paimon ebenfalls ins Herz schließen, denn ihre Sprüche im Verlauf des Spiels sorgen für einige Lacher. Außerdem hat sie eine Schwäche für alle möglichen Mahlzeiten.

Blick über Mondstadt
Der Blick über Mondstadt.

Mit der Zeit macht Ihr euch auf den Weg nach Mondstadt (also die Stadt selbst) und werdet recht rasch feststellen, dass die Region in Gefahr ist. Ihr trefft auf den Drachen „Sturmschrecken“ oder auch „Dvalin“ genannt. Er wird von einem fiesen Abgrundmagier unter Kontrolle gehalten und mündet im Verlauf der Story in einen großen Showdown!

Liyue

Danach geht es auf der Suche nach dem vermissten Geschwisterchen weiter nach Liyue und auch darum, mit „Rex Lapis“, dem Gott der Erde, in Kontakt zu treten. Leider wird der Drache bei einem Ritual von einer seltsamen Macht ermordet und der Spieler wird verdächtigt, in diesem Mordfall verwickelt zu sein. Durch diesen Vorfall muss man in den nachfolgenden Missionen diesen rätselhaften Tod aufklären und zum Ende dieser Storyline gibt es noch einen großen Storytwist, mit dem die meisten wahrscheinlich nicht gerechnet haben.

Mehr möchte ich zur Geschichte nicht verraten, denn ich muss sagen, es wird wirklich großartig erzählt und hat auch einige Aha-Momente. Storytechnisch sind wir hier auf sehr hohem Niveau und braucht sich meiner Meinung nach nicht vor „Final Fantasy“ oder dergleichen verstecken. Die Zwischensequenzen lockern das ganze etwas auf und sind sehr schön in Szene gesetzt. Den einzigen Mangel den ich festgestellt habe ist, dass die Sprachausgabe leider sehr oft nicht Lippensynchron ist. Aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch. An und für sich ist die englische Sprachausgabe sehr gut, die deutschen Texte sind leider ab und zu etwas fehlerhaft, aber es ist immer verständlich, um was es denn nun eigentlich geht.

Die Stadt Liyue
Ein Blick über die Hafenstadt Liyue

Actionreiche Kämpfe, Erkundungsreisen, Co-Op und die Macht der Elemente

Spielerisch hat Genshin Impact eine ganze Menge zu bieten, aber teilweise ist das Gameplay auch etwas repetitiv und manchmal kommt es auch zu einem gewissen Leerlauf bzw. zu Zeiten, wo einfach nicht viel zu tun ist. Warum das so ist, kläre ich in den folgenden Zeilen.

Monster schnetzeln, Kisten finden, Herausforderungen bestehen, Charaktere Hochleveln

Im Grunde sind das die Hauptaufgaben, die man in diesem Spiel hat. Die große, offene und schön gestaltete Welt lädt zum Erkunden ein und es macht auch richtig Spaß, dies zu tun. In jeder Ecke der Welt gibt es etwas zu entdecken und das macht Genshin Impact wirklich perfekt. Egal wo man hinläuft, findet man entweder eine Kiste die es zu öffnen gilt, ein zufälliges Ereignis das einem ebenfalls Materialien als Belohnung einbringt oder teilweise auch eine knackige Herausforderung die man bestehen muss.

Außerdem gibt es noch Solodungeons zu meistern, die durch kleine Rätsel und Verstecke etwas aufeglockert werden. Wenn Ihr wollt und den Multiplayer ab Stufe 16 freigeschalten habt, könnt Ihr mit Euren Freunden gemeinsam durch die Welt ziehen und die Herausforderungen und Sphären (Multiplayer-Dungeons) gemeinsam bestreiten. Aber mit einigen Einschränkungen, dazu jedoch weiter unten mehr.

Für Quests, Kisten und Erfolge bekommt man immer die heiß begehrten Urgesteine als Belohnung, sowie einige Materialien zum Figuren- und Waffenaufstieg. In den Dungeons erhält man häufig Materialien um die Talente der Charaktere hoch zu leveln, Materialien für den Figurenaufstieg, sowie eine Reihe von den Artefaktausrüstungen die man den Charakteren anlegen kann, um stärker zu werden.

Ein Beispiel für Belohnungen in Genshin Impact
Questbelohnungen in Genshin Impact

Genshin Impact bietet also eine Menge an Aktivitäten und das wird auch so schnell nicht langweilig. Man ertappt sich immer wieder dabei, dass man während der Hauptstory etwas entdeckt und man diese Kiste holen möchte, dann sieht man die nächste und so weiter. Und plötzlich sind ein paar Stunden vergangen und man ist mit der Hauptquest nicht ein Stück weiter gekommen. Aber genau das macht ein gutes Spiel und auch ein gelungenes Weltdesign aus.

Charaktere aufwerten

Generell liegt das Hauptaugenmerk darin, um die Charaktere zu verbessern und im Level zu steigen. Dabei gibt es drei unterschiedliche Levelaufstiege. Zum einen gibt es die Abenteuerstufe, die wir durch oben genannte Aktivitäten erhöhen können und auch sollten. Denn Abseits von den Belohnungen, erhöhen wir damit auch den Weltrang, der die Gegner stärker machen lässt und damit diese auch bessere Beute für uns hergeben. Außerdem ermöglicht uns ein höherer Abenteuerrang, dass wir unsere Charaktere auf eine höhere Stufe bringen können.

Somit sind wir beim zweiten Punkt der Levelaufstiege. Nämlich die Charaktere selbst. Diese sollten wir von Zeit zu Zeit ebenfalls aufleveln, damit die Charaktere mehr Einstecken sowie Austeilen können. Dabei können wir die Attribute, sowie die Talente verstärken, was jedoch mitunter sehr viel an Materialien kostet.

Und last but not least sind da noch die Artefakte, also die Ausrüstung die man für die Charaktere findet. Auch diese kann und sollte man verstärken um erhöhte Attribute zu erhalten. Doch hier sollte man vielleicht bis relativ spät im Endgame warten, bis man wirklich eine gute Ausrüstung mit guten Basiswerten hat, da es doch sehr viel an Ressourcen kostet.

Genshin Impact Charakterübersicht
Charakterübersicht in Genshin Impact

Actionreiches Gameplay

Das Gameplay in Genshin Impact fühlt sich sehr angenehm und flüssig an. Sei es ob wir vom laufen in den Sprint übergehen, auf einen Berg hoch klettern, von einer Klippe runterspringen und unsere Flügel ausbreiten damit wir zu einem anderen Ort gleiten können, oder ob wir in den actionreichen Kampf wechseln. Alles wirkt wie aus einem Guss. Der Großteil dieser Aktionen ist jedoch an „Ausdauer“ gebunden, damit man diese Dinge nicht ewig tun kann und ein bisschen planen muss, welcher Weg am besten ist.

Das Herausragendste ist das Action-Kampfsystem. Jeder Charakter hat einen Standardangriff, eine Elementarfähigkeit und einen „Ultimate-Angriff“. Außerdem ist ein jeder Charakter an ein bestimmtes Element gebunden und diese haben, wenn man die Elemente untereinander verbindet, verschiedene Wechselwirkungen, was den Schaden teilweise enorm erhöht.

Folgende Elemente gibt es in Genshin Impact und in ganz Teyvat:

Anemo (Wind)

Geo (Erde)

Pyro (Feuer)

Hydro (Wasser)

Kryo (Eis)

Elektro

Dendro (Natur)

Wie gesagt, die einzelnen Schadensarten korrelieren untereinander und es macht einfach nur Spaß, die unterschiedlichen Fähigkeiten anzuwenden. Neben dem hübschen Effektfeuerwerk, sollte man dies auch tun, denn man hat eine Gruppe von 4 Mitgliedern und sollte während dem Kampf immer wieder zwischen den Charakteren wechseln, um maximalen Schaden auszuteilen, oder wenn man einen Heiler in der Gruppe hat, die Truppe zu heilen.

Derzeit gibt es Charaktere die von je einem der oben genannten Elemente Gebrauch machen, außer Dendro. Es wurde Storytechnisch schon eine Figur mit Dendro-Fähigkeiten eingeführt, aber einen spielbaren Charakter gibt es mit Stand Patch 1.1 leider noch nicht.

Repetitives Grinden mit einem gewissen Durchhänger

Während man zu Beginn des Spiels noch reichlich zu tun hat, wie zB. die Storymissionen zu spielen, die Welt erkunden und andere Aktivitäten zu meistern, so nutzt sich dieses im Verlauf dann doch etwas ab. Mit zunehmender Spieldauer wird es immer schwieriger und mühsamer mit den Charakteren und im Weltrang aufzusteigen, weil man pro Tag auch nur (je nach dem) eine bestimmte Anzahl an Aktivitäten absolvieren kann.

Das hat folgenden Grund: Es gibt noch eine weitere „Währung“ im Spiel um Dungeonbelohnungen oder um den Loot von Bossen einzusammeln. Nämlich das „Ursprüngliche Harz“ oder auch „Resin“ genannt.

Genshin Impact Harz
Ursprüngliches Harz (Resin)

Davon habt Ihr täglich bzw. es kommt darauf an ob Ihr es immer komplett auffüllen lässt, 160 Harz zur Verfügung (bei Version 1.0 war es noch 120 Harz). Ihr benötigt je nach dem, welche Aktivität Ihr bestreitet, 20, 40 oder 60 Harz um den Loot einzusammeln. Ist das Harz verbraucht, könnt Ihr auch keinen Loot mehr von Bossen oder Dungeons erhalten. Es gibt seit Patch 1.1 die Möglichkeit, „Angereichertes Harz“ herzustellen, aber dafür benötigt Ihr ebenfalls „Ursprüngliches Harz“ und könnt dieses nur bei Aktivitäten verbrauchen, wo man 20 Harz zum Looten benötigt. Ihr erhaltet jedoch einen zusätzlichen Loot.

Es dauert eine ganze Weile, bis sich das Harz wieder regeneriert und zwar erhält man alle 8 Minuten 1 Harz. Also hat man nach einem knappen Tag wieder das vollständige Harz zur Verfügung. Dieses System bremst den ganzen Fortschritt (und teilweise auch die Lust am Spielen) leider aus und man hat dann meistens, neben Kisten öffnen, Blumen und Erze farmen, Kochen, Schmieden etc. nur wenig zu tun.

Dadurch kommt es zu einem gewissen Durchhänger und auf Dauer wird es dann etwas langweilig, weil man immer nur das gleiche tun kann. Ab einem gewissen Zeitpunkt im Spiel, dauert es relativ lange bis man im Abenteuerrang aufsteigt und da bleibt oft nur das stumpfsinnige „Grinden“ übrig, da man leider zu wenig Ressourcen zur Verfügung hat um etwas vernünftiges zu tun. Oft loggt man sich nur ein, macht seine täglichen Quests und gibt das vorhandene Harz aus und beendet wieder das Spiel.

Zum Glück bringen die Entwickler in unregelmäßigen Abständen, neue Updates, neue Events oder neue Storymissionen ins Spiel, um ein bisschen für Abwechslung zu sorgen und die Geschichte weiter zu führen. Man kann nur hoffen, dass das Resin-System in Zukunft noch etwas mehr überarbeitet wird, damit man mehrere Farmmöglichkeiten bzw. einfach Aktivitäten zur Verfügung hat, etwas im Spiel zu tun, zumal auch immer wieder neue Dungeons etc. eingebaut werden und die Liste an Aktivitäten länger wird, aber man dies nicht wirklich ausnutzen kann.

Sphären zu eintönig

Die Co-Op Dungeons sind zwar manchmal richtig fordernd, aber sie laufen immer auf das selbe Schema hinaus. Man läuft eine Treppe hoch, wo man auf eine Platform gelangt, dort muss man einen Schalter betätigen und dann muss man in einer bestimmten Zeit diverse Monsterwellen besiegen. Manchmal muss man auch einen Monolithen oder dergleichen vor Schaden bewahren. Hat man alles geschafft, kann man den Loot einsammeln. Zum Großteil gleichen sich die Sphären auch rein optisch, wo etwas Variation im Design auch nicht geschadet hätte.

In den Einzelspielerdungeons muss man sich wenigstens einen Weg frei kämpfen um bis zum Endboss zu gelangen und sie sind auch vom Design her immer ein bisschen anders. Zudem wird das Ganze mit einigen kleineren Rätseleinlagen etwas aufgelockert. Sowas in der Art würde ich mir auch für die Dungeons mit meinen Freunden wünschen. Ansonsten wird es leider ein bisschen eintönig.

Co-Op mit Hindernissen

Erfreulicher Weise hat „miHoYo“ einen Co-Op-Modus in das Spiel eingebaut, somit kann man mit bis zu drei weiteren Spielern durch die Gebiete von Teyvat reisen und gemeinsam die verschiedensten Abenteuer bestreiten. Dieser Modus wird ab Abenterstufe 16 freigeschalten und kann dann von Euch genutzt werden. Aber kann man wirklich alles miteinander machen? Leider Nein! Überzeugt der Modus? Auf jeden Fall!

Während die Weltbosse, die Sphären (Single- und Multiplayer Dungeons) und diverse Herausforderungen in der Gruppe möglich sind, sowie auch das gemeinsame Erledigen von normalen Gegnern und das Abbauen von Erzen und Pflanzen, so wurden im gleichen Atemzug unverständlicher Weise gewisse Dinge, die das Gruppenspiel fördern würden, einfach gestrichen.

So ist es nicht möglich, gemeinsam die Storyquests zu spielen, was definitiv mehr Spaß machen würde und man erhält auch keine Belonungen beim Öffnen von Truhen. Singleplayer- bzw Storydungeons bleiben weiterhin ebenfalls nur für Einzelspieler gedacht und der Endgame-Inhalt „Gewundener Abgrund“ kann ebenfalls nur Solo gespielt werden.

Man kann keine NPCs ansprechen und das Craften, wie Kochen, Schmieden oder Alchemie sind ebenfalls nicht möglich. Stattdessen muss man immer wieder den Multiplayer-Modus verlassen und in die eigene Welt bzw. den eigenen Spielfortschritt zurückkehren, was auf Dauer etwas mühsam und nervig ist. Es ist absolut unverständlich, warum man sich für diesen Schritt entschieden hat und ich hoffe, dass die Entwickler in Zukunft dieses System noch etwas überarbeiten und zugänglicher machen.

Ja ich finde es sogar Schade, da dies doch ein essenzieller Bestandteil des Spiels ist und dann wird dieser Modus nur halbherzig integriert. Die große hübsch gestaltete offene Welt ist eigentlich dazu prädestiniert, das Spiel gemeinsam zu spielen und zu erkunden. Denn gemeinsam durch die Welt und durch die Dungeons zu streifen, ist durchaus spaßig und motivierend.

Laut Statement der Entwickler möchten Sie es beibehalten, dass das Spiel eine Singleplayer-Erfahrung bleibt, jeodoch wollen sie den Co-Op Modus ebenfalls weiter ausbauen. So sollen in Zukunft auch Raids mit bis zu 8 Spielern einzug ins Spiel halten. Warten wir also ab was uns die Zukunft dazu bereit hält. Ich bin auf jeden Fall gespannt!

Technisch auf hohem Niveau, PS5 und die Zukunft

Wunderschön gestaltete Welt

Grafisch und auch Technisch kann sich Genshin Impact durchaus behaupten. Natürlich muss einem der an Animes angehauchte Grafikstil gefallen, aber rein optisch gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Die Welt ist wundervoll gestaltet, überall begegnet ihr den verschiedensten Tieren und die Weitsicht ist auch nicht zu verachten. Das ganze Worlddesign kann sich meiner Meinung nach sehen lassen und die verschiedenen Regionen und Schauplätze erzählen eine jeweils andere Geschichte. Es gibt einen Tag- und Nachtwechsel und die Sonnenauf- sowie Untergänge sehen richtig malerisch und toll aus.

Genshin Impact Grandiose Weitsicht
Die Weitsicht ist grandios.

Auf der technischen Seite gibt es (zumindest auf der PS4) einige Schwierigkeiten. Zum einen läuft das Spiel auf der PS4 „nur“ in 30 FPS, zum anderen bricht die Framerate doch manchmal etwas ein und es dauert teilweise eine gefühlte Ewigkeit bis die Texturen geladen werden. Generell sind die Ladezeiten auf der PS4 doch etwas sehr lang, vor allem wenn man sich in ein anderes Gebiet oder in ein Dungeon teleportiert. Aber ansonsten ist die technische Umsetzung rundum gelungen.

Musik zum Entspannen

Auch beim Sound weiß Gensin Impact zu überzeugen. Die Musikuntermalung ist in den meisten Fällen recht entspannend und lässt einen richtig tief in die Welt eintauchen. Wenn man in einen Kampf gerät, passt sich die Musik dynamisch an die aktuelle Situation an. Die Soundeffekte wissen ebenfalls zu gefallen und die englische Sprachausgabe ist meiner Meinung nach gut gelungen. Teilweise sind die Sprüche von einigen Charakteren während dem Spielen etwas nervig, da sie in einer Dauerschleife abgespielt werden, aber irgendwann hört man da gar nicht mehr so genau hin.

Wie weiter oben schon angesprochen, ist die Sprachausgabe leider nicht Lippensynchron. Das finde ich etwas störend und unpassend, aber darüber kann man hinweg sehen.

PS5 Umsetzung

Als ich das Spiel das erste Mal auf der PlayStation 5 gestartet habe, bemerkte ich SOFORT, wie flüssig das Spiel läuft. Man erkennt also im Vergleich zur PS4 deutlich den Unterschied, dass Genshin Impact auf der PS5 mit 60 FPS läuft. Das Bild wirkt Butterweich, etwas knackiger und die Ladezeiten sind deutlich schneller geworden. Die Texturen werden ebenfalls um ein vielfaches schneller geladen und die FPS brechen sehr selten ein bzw. verspürt man nur selten kleinere Ruckler.

Wenn wirklich viel los ist bzw. eine Menge an Effekten auf dem Bildschirm herum schwirren, bricht die Framerate doch spürbar ein, aber stabilisiert sich relativ schnell wieder. Vielleicht können die Entwickler da noch ein bisschen nachjustieren. Im Großen und Ganzen bin ich jedoch von der technischen Umsetzung für die PS5 positiv überrascht.

Was bringt die Zukunft?

Eins muss man „miHoYo“ lassen: Sie stecken sehr viele Ressourcen in das Spiel und sie versuchen so schnell es geht, neue Updates zu veröffentlichen. Das Feedback der Spieler ist ihnen ebenfalls sehr wichtig und sie reagieren teilweise sehr prompt auf etwaige Rückmeldungen. Am 13. November 2020 ist Patch 1.1 erschienen und hat viele „Quality of Life“ Verbesserungen vorgenommen, sowie den Abschluss des Storybogens in Liyue veröffentlicht.

Der Plan der Entwickler ist alle 6 Wochen ein größeres Update vorzunehmen. Patch 1.2 soll pünktlich zu Weihnachten, am 23. Dezember erscheinen und ein neues Gebiet beinhalten. Die Roadmap ist derzeit bis Februar bekannt, was danach geplant ist, wissen wir derzeit noch nicht. Sollten die Entwickler die Qualität so hoch halten können und einige Änderungen an den bisherigen Systemen durchführen, stehen uns noch eine Menge an unterhaltsamer Stunden in Teyvat bevor.

Malerischer Sonnenuntergang in Genshin Impact
Malerischer Sonnenuntergang.

Fazit

Bis auf einige Kleinigkeiten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem der nächsten Updates ausgemerzt bzw. verbessert werden, ist Genshin Impact ein durchaus gelungenes Spiel. Es bietet eine hübsche Grafik, eine sehr gute Storyline, gute Gameplaymechaniken, und einen (unausgereiften) Co-Op Modus. Und das Beste daran: Wenn man möchte, dann ist es völlig Kostenlos. Das Suchtpotential ist definitv vorhanden, da man wirklich eine Menge zu tun hat und die Welt zum Erkunden einlädt. Wer auf der Suche nach etwas Neuem ist und sich ein wenig die Zeit vertreiben möchte, sollte Genshin Impact durchaus eine Chance geben. Da es derzeit doch einige kleine Baustellen gibt,wie zB. den etwas suspekt gehaltenen Co-Op Modus, hat es von mir leider nicht den Titel „Spiel des Jahres“ verdient, aber es ist definitiv der Überraschungshit im Jahre 2020.

Wertung: Überraschend gutes Co-Op Open World Abenteuer!

WERTUNG

Genshin Impact

PS4

PS5

GRAFIK Voller SternVoller SternVoller SternHalber SternGrauer Stern
SOUND Voller SternVoller SternVoller SternHalber SternGrauer Stern
STORY Voller SternVoller SternVoller SternVoller SternGrauer Stern
SPIELDESIGN Voller SternVoller SternVoller SternHalber SternGrauer Stern
MOTIVATION Voller SternVoller SternVoller SternVoller SternGrauer Stern

Genshin Impact sieht wunderschön aus und ist sehr motivierend! Trotzdem gibt es vor allem mit dem Co-Op einige Ungereimtheiten, die hoffentlich behoben werden. Dennoch einen Blick wert, da es Free-2-Play ist! Die PS5-Vrsion bekommt einen halben Stern mehr, wegen der besseren technischen Umsetzung!

3.7

Voller SternVoller SternVoller SternHalber SternGrauer Stern

1 Antwort

  1. 21. Januar 2021

    […] angekündigt hat, welches heute Abend um 23 Uhr MEZ stattfinden soll, so hat nun der Entwickler von Genshin Impact – miHoYo – angekündigt, dass am 22. Janauar 2021 erste Details zu Patch 1.3 veröffentlicht […]

Schreibe einen Kommentar